Der globale Aktienmarkt-Verkauf, ausgelöst durch umfassende US-Zölle, hat die Raumfahrtunternehmen erheblich beeinflusst. Der UFO ETF, der 30 internationale Raumfahrtunternehmen verfolgt, verzeichnete nach der Ankündigung von Präsident Trump einen Rückgang von 12 %. Dieser Rückgang übertrifft den breiteren Markteinbruch. Rocket Lab und Viasat, große Beteiligungen an dem ETF, fielen um 15 % bzw. 13 %. Andrew Chanin, CEO von ProcureAM, dem UFO-Manager, beschrieb die Situation als „ein Szenario vom Typ ‚das Kind mit dem Bade ausschütten‘“ und hob die globale Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen dieser Zölle hervor.
Chinas Vergeltungszoll von 34 % auf US-Importe verschärfte die Lage weiter und schuf Unsicherheit für die Zukunft. Die Europäische Union und andere Handelspartner bewerten ebenfalls ihre Reaktionen. James Gellert, Executive Chair bei RapidRatings, betonte, dass diese Zölle die Lieferketten in zahlreichen Branchen, einschließlich des Raumfahrtsektors, stören werden. Die US-Raumfahrtindustrie ist auf ein globales Netzwerk für Materialien wie Halbleiter, elektronische Komponenten und Spezialkraftstoffe angewiesen, die viele aus von Zöllen betroffenen Ländern bezogen werden. Dies führt zu erhöhten Herstellungskosten.
Gellert hob die unverhältnismäßigen Auswirkungen auf kleine und mittlere Zulieferer hervor, die bereits mit steigenden Zinssätzen und Inflation zu kämpfen haben. Stresstests von RapidRatings ergaben, dass 25%ige Zölle auf Waren aus Kanada, Mexiko und China die finanzielle Gesundheit von Luft- und Raumfahrtzulieferern um durchschnittlich 5,2 bis 5,3 Punkte auf einer 100-Punkte-Skala verringern könnten. Chinas Vergeltungsmaßnahmen zielen speziell auf seltene Erden ab, die für die Raumfahrttechnologie unerlässlich sind. Ryan Castilloux von Adamas Intelligence erklärte, dass Chinas nahezu vollständiges Monopol und die verschärften Ausfuhrkontrollen für diese Materialien eine erhebliche Herausforderung darstellen. Er bemerkte, dass sich die Beschränkungen möglicherweise zu vollständigen Ausfuhrverboten entwickeln könnten, ähnlich wie bei jüngsten Ereignissen mit Gallium und Germanium.
Während alternative Quellen für seltene Erden entwickelt werden, betonte Castilloux den Zeitaufwand für eine voll funktionsfähige Lieferkette. Die Raumfahrtindustrie sucht aktiv nach Lösungen zur Minderung von Lieferkettenunterbrechungen und steigenden Kosten und konzentriert sich auf eine verstärkte inländische Produktion. Lockheed Martin bewertet die Auswirkungen und gibt an, dass sie ihre Lieferkette kontinuierlich evaluieren, um den Zugang zu kritischen Materialien sicherzustellen. Boeing, Maxar und L3Harris lehnten eine Stellungnahme ab, und andere Unternehmen, darunter SpaceX, antworteten nicht. Maxime Puteaux von Novaspace schlug vor, dass die Diversifizierung der Lieferketten durch den inländischen Bergbau und Partnerschaften mit ressourcenreichen Nationen die Auswirkungen mindern könnte, allerdings über einen längeren Zeitraum. Er warnte vor möglichen Projektverzögerungen und einer geringeren Preiswettbewerbsfähigkeit aufgrund gestiegener Produktionskosten. Darüber hinaus könnten erhöhte Risiken bei der Finanzierung hardwareintensive Startups beeinträchtigen.
SpaceX steht trotz seiner vertikal integrierten Fertigung vor Herausforderungen, darunter ausländische Zölle auf Starlink-Ausrüstung und regulatorische Hürden. Mat Dunn, Senior Director von SpaceX, hob diese Herausforderungen in einem Schreiben an den US-Handelsbeauftragten hervor und betonte, dass diese Barrieren die Betriebskosten künstlich erhöhen. Er erwähnte Frequenzzugangsgebühren und andere regulatorische Anforderungen als protektionistische Maßnahmen, die sich auf die Servicekosten und die Verfügbarkeit für Verbraucher auswirken.
Kanadas Reaktion auf die US-Zölle umfasste die Kündigung von Verträgen mit der Starlink-Tochtergesellschaft von SpaceX, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Die Gesamtauswirkungen dieser Handelsspannungen und Zölle bleiben ungewiss, aber sie unterstreichen die Vernetzung der globalen Raumfahrtindustrie und das Potenzial für erhebliche Störungen in naher Zukunft.