Tele Columbus, der deutsche Netzbetreiber, der seine Dienste unter der Marke PŸUR vermarktet, hat einen anhaltenden Rückgang seiner Fernseh-Kundenbasis und der damit verbundenen Einnahmen im ersten Halbjahr 2025 bekannt gegeben. Dies verstärkt die strukturellen Schwierigkeiten des traditionellen TV-Geschäfts.
Ende des zweiten Quartals meldete das Unternehmen rund 1,1 Millionen TV-Abonnenten, was einem Rückgang von 9.000 Kunden gegenüber dem Vorquartal und einem Rückgang von 3 % im Jahresvergleich entspricht. Diese Aufschlüsselung zeigt einen Rückgang von 6.000 Einzelverträgen auf 855.000 und einen Rückgang von 4.000 Premium-TV-Abonnements. Der Betreiber führt diesen Rückgang auf eine leicht verringerte Bündelung innerhalb seiner Triple-Play-Pakete zurück.
Der negative Kundentrend wirkte sich direkt auf die Einnahmen aus. Die TV-Einnahmen gingen im ersten Halbjahr 2025 um 27,6 Millionen € (32,6 % im Jahresvergleich) auf 57,2 Millionen € zurück, blieben aber im Vergleich zum Vorquartal mit 28,3 Millionen € relativ stabil. Dieser Rückgang überschattete die positiven Ergebnisse der Internet- und Telefoniesparten des Unternehmens, wo die Einnahmen aufgrund der starken Nachfrage nach Hochgeschwindigkeits-Breitband um 16,7 Millionen € (+16,8 % im Jahresvergleich) stiegen. Der Gesamtumsatz des Konzerns ging im Jahresvergleich um 5,4 % zurück und erreichte 210,6 Millionen € für den Sechsmonatszeitraum. Das normalisierte EBITDA sank um 8,7 % auf 84,9 Millionen €, während das ausgewiesene EBITDA um 10,3 % auf 60,2 Millionen € zurückging, was durch geringere Umsätze, gestiegene Personalkosten und Restrukturierungskosten beeinflusst wurde.
Als Reaktion darauf hat Tele Columbus Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt und die Investitionen um etwa 20 % auf 74,8 Millionen € reduziert, wobei der Großteil der Ausgaben weiterhin auf den Ausbau des Glasfasernetzes konzentriert ist. Bemerkenswert ist, dass sich im zweiten Quartal rund 80 % der neuen Breitbandkunden für Tarife mit 250 Mbit/s oder schnelleren Geschwindigkeiten entschieden haben, was die wachsende Präferenz der Verbraucher für Datendienste gegenüber traditionellem TV unterstreicht.