Amazon erweitert seine Präsenz auf dem europäischen Markt mit dem Start seines eigenen linearen TV-Senders, Prime. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Lücke zwischen traditionellem Fernsehen und Streaming-Diensten zu schließen. Der Sender startet am 17. April 2025 exklusiv für Prime Video Mitglieder in Deutschland und Österreich, wie Christoph Schneider, Country Director of Prime Video Deutschland, gegenüber DWDL bekannt gab.
Diese strategische Initiative spiegelt Amazons Engagement wider, seine umfangreiche Streaming-Plattform zu optimieren. Prime Video in Deutschland bietet derzeit SVOD, AVOD, TVOD und Live-TV, einschließlich öffentlich-rechtlicher Sender. Der neue lineare Sender soll die Herausforderungen bei der Content-Entdeckung für Nutzer mindern, die an die Einfachheit des traditionellen Fernsehens gewöhnt sind. „Wir möchten einen einfachen Einstieg in unser Prime Video Universum bieten“, erklärte Schneider.
Das Startprogramm beinhaltet die Premiere der ersten beiden Folgen von LOL: Last One Laughing um 20:15 Uhr MESZ. Der Sender wird eine vielfältige Auswahl an Inhalten präsentieren, darunter exklusive Prime Video Originals wie Reacher, The Lord of the Rings: The Rings of Power, Fallout, Culpa Mia, Maxton Hall und Perfekt verpasst (mit Anke Engelke und Bastian Pastewka). Live-Sport, darunter UEFA Champions League Spiele für deutsche Zuschauer und Wimbledon für deutsche und österreichische Zuschauer, wird ebenfalls gezeigt. Schneider betonte, dass dies Prime von oft monothematischen FAST-Kanälen unterscheide.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Prime ist seine Werbe-Strategie. Obwohl Werbung vorhanden sein wird, betonte Schneider, dass sie „kürzer und seltener“ sein wird als im herkömmlichen Fernsehen. Dieser Ansatz steht im Einklang mit Amazons umfassenderem Plan zur Integration von Werbung in seine Streaming-Dienste, der Werbetreibenden ein fernsehähnliches Buchungsmodell bietet und gleichzeitig ein positives Zuschauererlebnis gewährleistet. Darüber hinaus plant Amazon, die Zuschauerdaten für Werbetreibende verfügbar zu machen, um eine mit traditionellen Fernsehsendern vergleichbare Leistungsmessung zu ermöglichen.