Die neueste jährliche Branchenumfrage von NewscastStudio, basierend auf den Antworten von 312 Broadcast- und Medienprofis, zeigt signifikante Veränderungen in den Branchenprioritäten. Die Cloud-Adoption und Investitionen in Streaming-Technologie stehen im Vordergrund, während Bedenken hinsichtlich künstlicher Intelligenz und der Komplexität von Workflows weiterhin im Vordergrund stehen. Bemerkenswerte 60% der Befragten gaben an, Cloud-Produktionswerkzeuge implementiert zu haben, trotz Herausforderungen wie Kosten (33%), Workflow-Komplexität (25%) und Sicherheitsbedenken (17%).
Der Übergang zur digitalen Verbreitung ist unbestreitbar, wobei zwei Drittel der Organisationen in Streaming-, FAST- oder OTT-Bereitstellungstools investieren. Ein Befragter hob die Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Inhalten hervor: „Eine große Frage für meine Nachrichtenredaktion ist, wie wir das, was wir für das Fernsehen produzieren, auf Plattformen von Drittanbietern online übertragen können. Die Workflows dafür sind langsam und umständlich… nur um ein einzelnes Sende-Segment online zu veröffentlichen.“
Während 60% der Befragten glauben, dass sich die Branche an den technologischen Wandel anpasst, ist die Auswirkung von künstlicher Intelligenz ein zweischneidiges Schwert. 44% berichten von der Verwendung von KI- oder Machine-Learning-Tools, doch 51% machen sich Sorgen über den potenziellen Arbeitsplatzverlust. Wie ein Befragter feststellte: „KI und Zuschauer, die Informationen aus anderen Quellen erhalten, sind ein wachsendes Problem, das den Rundfunk überflüssig machen könnte, und wir als Branche müssen diesen Tatsachen ins Auge sehen.“
Die Umfrage berührte auch den Zustand der lokalen Nachrichten, wobei ein Befragter bemerkte: „Die Denkweise in den lokalen Nachrichten muss sich ändern, um in einer neuen Zeit zu überleben, in der Inhalte zugänglicher sind und lokale Nachrichten nicht mehr so notwendig sind wie früher.“ Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Budgetaussichten für 2025 relativ stabil, und die Messebesuche nehmen zu, was auf ein gewisses Maß an Optimismus in der Branche hindeutet. Ein anderer Befragter äußerte sich positiver: „Ich glaube nicht, dass die Rundfunkbranche so stirbt, wie viele Leute in der Branche glauben. Sie verändert sich drastisch und könnte in vielen Bereichen zurückgeschnitten werden, wird aber nicht aussterben. Ich glaube jedoch, dass lokale Nachrichtensender besser darin werden müssen, sich an dieses neue Zeitalter anzupassen und mehr Inhalte zu erstellen, die die Zuschauer betreffen. Nur das Vorlesen der Nachrichten und das Wiedergeben von Pressemitteilungen wird nicht mehr ausreichen.“
Die zwischen November 2024 und Januar 2025 durchgeführte Umfrage stellt eine wertvolle Momentaufnahme der Rundfunklände dar, obwohl zu beachten ist, dass die selbstselektierende Stichprobe möglicherweise nicht die gesamte Branche vollständig repräsentiert.